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Für den Moment

September 12, 2017

 

 

Samstag Abend, nur noch Kitty und ich sind übrig. Wir landen in der Bar Milano am Rosenthaler. Eigentlich wollte sie schon längst nach Hause, nur mir zuliebe bleibt sie. Vielleicht hat sie auch überzeugt, dass die Bar voll von Männern ist. Da ist es wie bei Frauen, sieht man mehrere, dann sind sie auf den ersten Blick allesamt attraktiver. Bei genauerem Hinsehen, lassen sich dann Makel erkennen.
Nicht lange dauert es und zwei Männer sprechen uns an. Nicht mein Typ -aber was solls. Ich will nicht die nächste große Liebe finden, ich will nur die Nacht genießen. Kitty hat keine Lust. Der andere Typ gräbt schamlos an ihr rum. Sie will lieber nach Hause. Später erfahre ich, dass der Typ verlobt ist und in zwei Wochen heiratet. Mit seinem Freund ziehe ich weiter. Wir schlendern am Rosenthaler Platz vorbei, die Torstrasse entlang. Ich erkläre "Für den Moment" zum Motto der Nacht. Insgeheim soll es mein Motto für die kommenden Wochen sein. Als wir in der Nähe eines Spielplatzes sind, will ich Schaukeln. Dieses freie Gefühl und das lustige Hüpfen im Bauch, wenn man die Augen schließt. Das will ich jetzt. Für ein paar Minuten die Schwere im Bauch durch Schwerelosigkeit ersetzen. Das Kribbeln im Bauch beim Schaukeln fühlt sich fast wie Schmetterlinge im Bauch an. Florian macht alles mit. Er mag zwar nicht schaukeln, aber er schaut zu. Mir ist alles recht. Für den Moment. Als ich durchgefroren bin und wir genug tiefgreifende Gespräche geführt haben, ziehen wir weiter. Das ist die Art von Gespräch, die sich allein mit dem Zauber der Nacht und ein paar Drinks ergibt. Ich frage ihn was seine Frau jetzt dazu sagen würde. Er trägt einen Ehering. Hat nicht einmal versucht ihn zu verbergen. Auch sein Motto scheint "Für den Moment" zu sein.

Vom Spielplatz aus gehen wir in eine Bar. Er beginnt von der komplizierten Beziehung mit seiner putzwütigen Frau und seinem Sohn zu erzählen. Ich von meinem Nicht-Mehr-Freund, der vor sechs Tagen mit mir Schluss gemacht hat. Für ihn nicht nach dem Motto "Für den Moment", sondern für immer. Die Bar schließt. Er fragt mich ob ich mitkommen will, zu ihm. Ich lehne ab. In dem Bett, in dem auch sonst die Ehefrau schläft, das ist mir ein bisschen zu viel, auch für den Moment.

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