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Drama, Baby, Drama!

October 10, 2017

 

Hin und wieder fragt jemand nach dir. Dann muss ich erklären, dass wir nicht mehr zusammen sind. Ein Drittel meines Lebens warst du ein Teil davon. Vielleicht schauen die Leute mich deshalb immer mitleidig an. Nicht, als hätte ich meinen Partner "verloren", sondern ein Körperteil. Ich schaue dann immer zurück und weiß nicht so recht, was ich machen soll. Das ein oder andere Mal habe ich verzweifelt versucht mein Gegenüber zu trösten. Irgendwie absurd, bin ich doch die, die verlassen wurde. Vielleicht sind sie zusätzlich verstört, weil ich davon berichte, als sei gerade Blumenerde im Angebot.

 

Vorwurfsvoll habe ich mir anhören müssen, dass ich abgeklärt wirke. Manchmal scheint es, als würden die Leute es als Frechheit empfinden, mit welcher Leichtigkeit ich das händle. Es ist, als können sie nicht verstehen, warum ich keinen Zusammenbruch oder immerhin eine Panikattacke bekomme. Manchmal kam der Hinweis, dass das auch später kommen könne. Danke dafür!

Um bei der nächsten Person nicht gefühlskalt rüberzukommen oder trösten zu müssen, habe ich eine neue Strategie. Ich werde mich an Bruce Darnell und sein Motto "Drama, Baby, Drama!" halten. Wäre doch gelacht, wenn das nicht klappt. Ach nee -Lachen ist ja nicht.

 

Dabei geht nicht alles spurlos an mir vorbei. Diese Momente hebe ich mir für mich allein auf. Fast egoistisch. Wie den leckersten Teil vom Kuchen, den man am Ende isst. Wenn ich allein bin, schleicht sich manchmal dieses Gefühl an. Nicht einmal Zeit für den Kloß im Hals bleibt. Zu nichts mehr in der Lage, bis ich weine, bin ich dann. Mein ganzes Herz tut weh. Ich fühle mich wie der einsamste Mensch auf der Welt. Nicht geliebt, zurückgewiesen und abgelehnt. Von dir. Wenn ich dann richtig weine, kann ich der Ungerechtigkeit, Unkontrollierbarkeit und Hilflosigkeit Raum geben. Und das ist wohl der Punkt. Ich kann es nicht kontrollieren. Wenn man zusammenkommt braucht es zwei, fürs Schluss machen eben nicht.

 

Sollte ich mich fragen, warum du mich nicht mehr willst? Was ich hätte anders machen können? Bin ich zu dick, meine Brüste zu klein, mein Hintern zu platt oder die Beine zu kurz? Sind meine Witze zu schlecht, ich zu chaotisch oder war es der Sex? Habe ich mich gehen lassen oder dir zu wenig zugehört? Mir wurde beigebracht, wenn jemand am Boden liegt, dann tritt man nicht nach. Wenn ich selbst am Boden liege, darf ich das auch nicht machen. Ich muss mir dann eine Hand reichen, um aufzustehen. Manchmal trägt die Hand einen Teller mit Bananenbrot, manchmal neue Schuhe oder eine Folge Sex & the City. Manchmal ist es ein Aperol Spritz mit Freunden, die mich auch ohne "Drama, Baby, Drama!" verstehen.

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